Mit Neugier, Ausdauer und wissenschaftlicher Präzision haben Schülerinnen und Schüler der Richard-von-Weizsäcker Gesamtschule Rietberg beim Regionalwettbewerb Jugend forscht beeindruckt. Als einzige Gesamtschule nahm die Rietberger Schule an dem Wettbewerb teil und kehrte gleich mit mehreren Auszeichnungen zurück. Nun steht sogar die Premiere auf Landesebene bevor.
Besonders erfolgreich waren die beiden elfjährigen Schülerinnen Lounar Altamo und Johanna Hanke, die in der Sparte Jugend forscht Junior im Fach Biologie den zweiten Platz belegten. Betreut wurden sie von den Lehrkräften Sebastian Selchert und Thomas Funk. In ihrem Projekt untersuchten die beiden den Einfluss der sogenannten Snooze-Funktion auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Dafür führten sie mit rund 150 Schülerinnen und Schülern der fünften Klassen einen aufwendigen Versuch durch. An jeweils zwei Testtagen mussten die Kinder einmal ohne und einmal mit Nutzung der Schlummer Funktion aufstehen. Anschließend absolvierten sie einen Konzentrationstest sowie einen 800-Meter-Lauf. „Beim Konzentrationstest konnten wir kein eindeutiges Ergebnis feststellen“, erklärten Lounar und Johanna der Jury. „Beim Lauf zeigte sich jedoch deutlich, dass die Ausdauer mit Snooze schlechter war.“
Noch weiter nach vorne ging es für den 13 jährigen Schüler Mats Hüntelmann. Er sicherte sich in der Sparte Chemie den ersten Platz und qualifizierte sich damit für den Landeswettbewerb im Mai. Betreut wurde er von seiner Mutter Anne Hüntelmann. Mats untersuchte, wie sich der Vitamin C-Gehalt und der pH-Wert von Gemüse durch Fermentation verändern. Hierfür legte er verschiedene Gemüsesorten in Salzlake ein und bestimmte über einen längeren Zeitraum regelmäßig den Vitamin C-Gehalt sowie den pH-Wert. Alle untersuchten Gemüsesorten erhöhten ihren Vitamin C-Gehalt, während der pH-Wert deutlich sank. Damit konnte Mats anschaulich erklären, warum fermentiertes Gemüse länger haltbar ist.
Neben den individuellen Erfolgen durfte sich auch die Schule insgesamt freuen. Für ihr besonderes Engagement in der Förderung naturwissenschaftlich begabter Kinder erhielt die Richard-von-Weizsäcker Gesamtschule den einzigen vergebenen MINTSPACE Schulpreis. Damit verbunden ist die Chance auf einen Hauptpreis von bis zu 3000 Euro für die Ausstattung eines Raumes, der fachübergreifendes und selbstorganisiertes Lernen ermöglichen soll.
Die Jury betonte mehrfach, dass Jugend forscht ein leistungsorientierter Wettbewerb ist, bei dem ausschließlich wissenschaftliche Kriterien zählen. Umso höher ist der Erfolg der Rietberger Schülerinnen und Schüler einzuordnen. Für die Schule ist er zugleich Bestätigung einer langfristig angelegten Arbeit.
Sebastian Selchert und Thomas Funk machten deutlich, wie viel Zeit und Engagement hinter den Projekten steckt:
„Die Schülerinnen und Schüler haben über eineinhalb Jahre hinweg mit großer Ausdauer geforscht, ausprobiert, verworfen und neu gedacht. Dass sich diese intensive Arbeit nun auszahlt und auf Landesebene sichtbar wird, ist für alle Beteiligten eine besondere Anerkennung.“
Gerade darin sieht die Richard-von-Weizsäcker Gesamtschule ihren Auftrag. Naturwissenschaftliche Begabungen sollen frühzeitig erkannt und kontinuierlich gefördert werden. Der Erfolg bei Jugend forscht zeigt, dass dieser Weg trägt und jungen Menschen ermöglicht, ihre Interessen zu vertiefen und wissenschaftliches Arbeiten als etwas Sinnvolles und Zukunftsweisendes zu erleben.
Von links nach rechts: Anne Hüntelmann, Mats Hüntelmann, Lounar Altamo, Johanna Hanke, Thomas Funk und Sebastian Selchert